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... herkömmlichen Kronen - bestehend entweder nur aus Legierung (Metallvollgußkrone) oder aus Legierung mit einer Keramikverblendung (Metallkeramikkrone) - neigen aufgrund ihrer Zusammensetzung aus verschiedensten Metallen gerade im feuchten Mundhöhlenmilieu zur Korrosion.
 
Deren schädliche Korrosionsprodukte rufen im angrenzenden Zahnfleisch in unterschiedlichem Maße Entzündungsreaktionen hervor oder verstärken bereits bestehende. Dies kann man sehr gut am dunkel verfärbten Kronen- oder Zahnfleischrand beobachten (hier klicken). Dazu gibt es auch zahlreiche Untersuchungen von Prof. Dr. J. Wirz, Basel, einer der führenden Wissenschaftler im Bereich der Materialkunde in der Zahnmedizin.

Stets war und bleibt es für den Zahnarzt unerlässlich, die doch schwierige und langwierige Entwicklung dieser Vollkeramik-Materialien in der Industrie, einschließlich ihrer Verarbeitungsmöglichkeiten, sehr kritisch zu studieren, um den enorm hohen qualitativen Ansprüchen für eine Eingliederung beim Patienten gerecht zu werden. Dabei muss der Einsatz verschiedener "Vollkeramiksysteme " natürlich der jeweiligen zahnbezogenen Situation Rechnung tragen.

Da sich ein dauerhafter Behandlungserfolg eben nur über den Weg maximaler Qualität erzielen lässt, erfordert der Umgang mit dem Werkstoff Keramik von allen Beteiligten ein so genanntes "keramisches Denken".
 
Dazu gehört beispielsweise, dass der Zahnarzt bei dem Beschleifen bzw. der Präparation des zu versorgenden Zahnes ein höchstes Maß an Präzision erzielt. Dies gelingt ihm aus unseren Erfahrungen jedoch nur, wenn er die Fähigkeit besitzt, mit Hilfe einer Lupenbrille zu arbeiten. Man spricht dann von einer "Lupenpräparation", die für den Zahnarzt außerordentlich anstrengend ist.

In unserer Praxisklinik verwenden wir eine ungewöhnlich hohe Vergrößerung.

Für Sie ist es sicherlich einmal interessant zu erfahren, dass nun dem Blickfeld des Zahnarztes lediglich die Größe von einem Zahn, eben in großer Vergrößerung, zur Verfügung steht. Seine Sicht wird aber in erheblichem Maße durch Kühlwasser, Speichel, Schleifstaub, Blut vom Zahnfleischrand sowie Spiegelungen auf dem Zahn durch Licht und Wasser beeinträchtigt. Zusätzlich erschweren kleinste Bewegungen des Arztes oder des Patienten die Präparation, da diese am Zahn zu ungewollten Kerben infolge unkontrollierter Berührungen durch das rotierende Schleifinstrument führen und wieder mühsam ausgeglichen werden müssen. Stellen Sie sich also eine freihändige künstlerische Arbeit unter schwierigsten Bedingungen mit dem Anspruch höchster Präzision gleich einer maschinellen Schleifeinrichtung vor. Außerdem besteht dabei ständig die Gefahr, den Zahnnerv (die Pulpa) des Patienten zu verletzen, was den Zahnarzt in eine zusätzliche Stresssituation versetzt.
 
Eine gelungene Kronen- oder Inlaypräparation erfordert dementsprechend eine gleichsam gute und konzentrierte Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Patient.

Das Ergebnis der Zahnpräparation kann anschließend mittels digitaler Kamera in einer bis zu 200fachen Vergrößerung kontrolliert werden (hier klicken).

Der Kreis der Präzision schließt sich dann zunächst über einen exakten, blasenfreien Abdruck (hier klicken) durch den Zahnarzt und schließlich über die entsprechende präzise Modellherstellung sowie der eigentlichen Herstellung einer Vollkeramikkrone, -brücke, eines Veneers (Keramikschale) oder Keramikinlays im zahntechnischen Labor unter dem Einsatz eines Stereomikroskops.

Insgesamt betrachtet kommt es darauf an, den in der Wissenschaft definierten Mikrospalt zwischen dem Rand der im Labor hergestellten Krone und dem Rand des beschliffenen Zahnes (die Präparationsgrenze) so klein wie nur möglich zu halten. Das heißt, die Übergangsstelle von der Krone zum Zahn zu einem hochpräzisen Abschluß zu bringen. Man spricht dann von einem so genannten fließenden Übergang.
Von der Präzision dieser Übergangsstelle hängt nun im Wesentlichen die Haltbarkeitsdauer der Krone oder des Inlays ab. Je präziser sie ist, desto länger ist die Haltbarkeitsdauer der Krone, des Inlays oder des Veneers.

Ein mit dem Zahnarzthäkchen fühlbarer oder sichtbarer Randspalt zwischen Krone und präpariertem Zahn oder ein Überhang der Krone am Zahn zeugt hingegen von einer schlechten Qualität, wobei der Randspalt eine Kronenrandkaries begünstigt, die sich unterhalb der eingesetzten Krone ungestört ausbreiten kann und ein Kronenüberhang eine Parodontose am Zahn zumeist beschleunigt oder auch verursacht.

Da die Krone nicht mit dem Zahn im Mund verschmolzen werden kann, dient ein spezieller Kronenzement für den Halt der Krone auf dem Zahn und in gewisser Hinsicht auch zur Abdichtung des definierten Mikrospaltes. Ist der Mikrospalt nun zu groß, die Krone also zu ungenau, wäscht sich der Befestigungszement allmählich aus und bietet dadurch keinen Schutz mehr vor der Entstehung einer Randspaltkaries. Diese erkennt man dann an einer braunen oder schwarzen Verfärbung des Zahnes am Kronenrand bzw. die Zahnsubstanz ist nicht mehr fest sondern weich.

Für die Befestigung von adhäsiven Keramikinlays (keramische Einlagefüllungen) Veneers oder Vollkeramikteilkronen ist ein so genannter Kunststoffkleber erforderlich, der vom Zahnarzt zusätzlich eine aufwendige Arbeitstechnik beim Einsetzen und vom Patient viel Geduld und Ausdauer abverlangt.

Besteht das Keramikgrundgerüst von Kronen und Brücken aus verdichtetem Zirkondioxid, steigen die Herstellungskosten im Labor rapide an, da hierfür teure computergestützte Fräsmaschinen zum Einsatz kommen, die eine spezielle Ausbildung erfordern und das Material (Keramikblock), aus dem Kronen oder Brücken in einem Stück gefräst werden, entsprechend teuer ist.

Letztendlich liegt es im künstlerischen Geschick des Zahntechnikers, das Keramikgerüst mit weiteren speziellen Keramikmassen so zu gestalten (man nennt das Verblenden mit Individualisierung), dass er mit seiner Arbeit höchsten ästhetischen und individuellen Ansprüchen unserer Patienten gerecht wird.

Im Besonderen sind nun Vollkeramikkronen gegenüber von Vollgußkronen oder Metallkeramikkronen, wie bereits oben kurz erläutert, sowohl vom zahnärztlichen als auch vom zahntechnischen Verarbeitungsniveau um ein Vielfaches aufwendiger, schwieriger und damit natürlich auch wesentlich kostenintensiver.

Detaillierte Informationen finden Sie unter:

 Zahnlexikon

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